Hoka Speedgoat 6 Review

 

Der neue Hoka Speedgoat 6

Bereits seit Jahren ist der HOKA Speedgoat einer der beliebtesten Trailschuhe und nun in der sechsten Version auf dem Markt.

Seinen Namen hat er übrigens von einem der erfolgreichsten Trailläufer, nämlich von Karl Meltzer, Spitzname „Speedgoat“ (Bergziege), der seine Erfahrungen in die Entwicklung des HOKA Speedgoat einfließen ließ.

Nachdem ich 2023 den HOKA Speedgoat 5 testen durfte, habe ich mich nun auf das Nachfolgermodell, den Speedgoat 6, gefreut.

Der 5er gehört bereits zu meinen Lieblingslaufschuhen im Trail Bereich. Durch den bequemen Sitz/Tragekomfort und den ansprechenden Grip ist er fast perfekt. Bei dem 6er hat HOKA noch ein paar neue Innovationen einfließen lassen. Ob der Speedgoat 6 noch Wünsche offen lässt? Ich bin gespannt.

 

 

Erste Eindrücke, Verarbeitung

Schon beim Auspacken war ich freudig überrascht. Das neue Design spricht mich auf alle Fälle an. Das überarbeitete Obermaterial, die neu dazugekommene Fersenlasche sowie die veränderte Sohlenkonstruktion stachen sofort ins Auge.

Die Verarbeitung macht, wie auch schon beim Vorgängermodell, einen soliden Eindruck. Nähte und Klebeflächen sind sauber verarbeitet. Unangenehmer Chemiegeruch, wie bei anderen Laufschuhen schon so oft erlebt, war nicht wahrzunehmen.

 

 

Wesentliche Neuerungen

Eine Neuerung, die sofort ins Auge fällt, ist das Upper. Dieses wurde komplett überarbeitet und besteht nunmehr aus einem wesentlich dünneren Mesh, welches leichter, atmungsaktiver und stabiler als das „gestrickte“ Obermaterial des 5er ist.

Zum Schutz der Zehen wurde der entsprechende Bereich nunmehr durch ein Overlay verstärkt. Ein etwas dickeres Ripstop-Gewebe, welches den Druck auf den Fußrücken minimiert, hat die Schuhlasche bekommen. Darüber hinaus sorgt das dickere Gewebe für einen besseren Halt im Schuh. Einen verbesserten Halt bietet außerdem die gepolsterte Fersenkappe, welche zusätzlich mit einer Anziehlasche versehen wurde. Dem bequemen Reinschlüpfen steht also nichts mehr im Wege.

Einmal im Schuh merkt man gleich, dass auch das Fußbett neu überarbeitet wurde und dass der Speedgoat 6 ein reaktionsfähigeres Laufgefühl verheißt. Der Fuß sitzt quasi noch stabiler in der Mittelsohle und „schwimmt“ nicht. Wesentlich ist auch, dass die Sprengung (Fersen-Zehen-Ausgleich) des Speedgoat 6 gegenüber dem 5er von 4 mm auf nunmehr 5 mm erhöht wurde. 

Überarbeitet wurde auch die Vibram®-Megagrip Sohle und verspricht durch die Neuausrichtung der 5mm hohen Hauptstollen einen noch besseren Grip. Bei der neuen Sohle hat sich der Hersteller übrigens von den Hufen der Bergziege inspirieren lassen. Und zu guter Letzt hat der Schuh bei der ganzen Überarbeitung noch ca. 10 Gramm an Gewicht verloren.

 

 

Technische Daten

Gewicht laut Hersteller: 278 Gramm bei den Herren und 232 Gramm bei den Damen

Sprengung:                       5 mm

Preis:                                 160,00 EUR (UVP)

Der Speedgoat 6 ist für Neutralschuhläufer geeignet und sowohl in normaler als auch in weiter Passform erhältlich. Er ist ebenso in der Gore-Tex Variante erhältlich.

 

In der Praxis

Der Speedgoat 6 fühlt sich schon beim Reinschlüpfen gut an. Er ist auch in der „normalen Variante“ nicht zu eng geschnitten und sitzt bequem. Angenehm empfinde ich das integrierte „Chassis-System“, welches den Fuß umschmiegt und somit auch im anspruchsvollem Gelände für mehr Stabilität sorgt. Darüber hinaus sitzt die Ferse bequem und fest in der Fersenkappe ohne zu schlupfen.   Die Schuhlasche ist minimal gehalten und könnte für meinen Geschmack etwas länger sein.

Besonders an Sommertagen hat mich das neue atmungsaktive Obermaterial überzeugt. Was aber nicht heißen soll, dass der Schuh nicht auch etwas für die kühlere Jahreszeit ist. Es gibt ja schließlich auch dicke Socken. Nach meiner Auffassung ist der Zehenschutz etwas zu minimalistisch, denn bei einem Lauf war die Tuschierung mit einem Stein etwas schmerzhaft. Andere Trailschuhhersteller, wie zum Beispiel Dynafit, La Sportiva, Scarpa verarbeiten an dieser Stelle mehr Material, was natürlich auch wieder das Gewicht erhöht. Bekannt ist HOKA für maximal gedämpfte Straßenschuhe. Anders ist es jedoch bei den Produkten im Trailbereich. Der Speedgoat 6 fühlt sich auf den ersten Kilometern ziemlich hart an, was jedoch so gewollt ist und woran man sich schnell gewöhnt. Wir reden hier schließlich über einen Trailschuh, der dich auch bei längeren Strecken sicher über Stock und Stein führen soll. Der Speedgoat 6 dämpft da, wo er soll und bietet mit seiner direkten Sohle Sicherheit auf Trails.

Für den Grip ist, wie auch schon beim Vorgängermodel, die Vibram®-Megagrip Sohle verantwortlich. Die Stollen sind beim Speedgoat 6 etwas anders ausgerichtet und sorgen auf anspruchsvollen Untergründen für noch mehr Halt und Traktion. Sowohl auf trockenem als auch auf feuchtem Untergrund hat mich die Sohle nicht im Stich gelassen. Aber Vorsicht bei nassen Wurzeln, da kommt selbst die Vibram®-Megagrip Sohle an ihre Grenzen. 

 

Fazit

In der Gesamtbetrachtung ist der Speedgoat 6 ein sehr bequemer Schuh für kurze und lange Traildistanzen im einfachen bis mittlerem Schwierigkeitsgrad. Für den hochalpinen Bereich würde ich jedoch einen kompakteren Schuh empfehlen. Auch ist er kein Hybrid-Schuh, denn nicht auf der Straße, sondern abseits der asphaltierten Wege spielt er seine Stärken aus. Er bietet viel Schutz und guten Komfort und trotz des relativ hohen Stands fühlt man sich mit ihm im technischen Gelände stabil und sicher. Die Neuerungen haben mich überzeugt, so dass der Speedgoat 6 nun den Speedgoat 5 als mein Lieblingstrailschuh abgelöst hat. Ob leichte oder schwere Läufer, ob Anfänger oder Fortgeschrittene, ich glaube alle werden sich im Speedgoat 6 von HOKA wohlfühlen.