Komfort trifft Abenteuer: Unterwegs mit dem Brooks Cascadia 19

 

Ein Blick in die Geschichte

Bevor ich zum Testbericht komme, möchte ich kurz auf die Geschichte des Herstellers eingehen.
Brooks wurde 1914 in Philadelphia gegründet und startete mit der Produktion von Ballett- und Badeschuhen. Der Fokus auf Laufschuhe entstand erst 1972, nachdem der Amerikaner Frank Shorter den Marathon bei den Olympischen Spielen gewann.

Heute gehört Brooks Sports, Inc. zu den größten Herstellern von Laufschuhen und Laufbekleidung weltweit. Der Firmensitz befindet sich in Seattle. Seit 2002 ist die 100-prozentige Tochtergesellschaft Brooks Sports GmbH in Münster ansässig und beliefert von dort den Wirtschaftsraum Europa–Arabien–Afrika.

Wenn ich an Brooks denke, fallen mir sofort tolle, bunte und vor allem funktionelle Laufsachen ein – und natürlich Schuhe. Straßenlaufschuhe wie der Ghost, Glycerin oder Adrenaline haben ihre treue Anhängerschaft. Auch im Trailbereich findet man mittlerweile Modelle wie den Caldera, Catamount oder Cascadia.

Ebenfalls präsent ist das Run Happy Team, das heute Running Collective heißt, mit dem Brooks viele junge Sportler begeistert. Zahlreiche Community Runs mit den „laufenden Bananen“ tragen zur Markenbekanntheit bei.

 

Erste Eindrücke & Verarbeitung

Ich wusste im Vorfeld nicht, welche Farbvariante ich erhalten würde – also: Überraschung!
Karton auf, und siehe da: Blaues Obermaterial, gelbe Sohle – genau mein Geschmack. Schnieke, würde man in Berlin sagen. Aber auch die Varianten in Gelb oder Grau hätten mir gefallen.

Von oben Straßenschuh, von unten Trailschuh – Brooks bleibt seiner Linie treu und setzt auf Komfort. Gepolsterte Laschen und eine weiche Fersenkappe machen einen vielversprechenden Eindruck.

Angenehm überrascht war ich vom Gewicht: kompakt, aber relativ leicht – dazu später mehr.
Die Verarbeitung ist, wie von Brooks gewohnt, tadellos: Nähte und Klebeflächen sind sauber und präzise verarbeitet.

 

Wesentliche Neuerungen

Im Vergleich zum Vorgängermodell, dem Cascadia 18, wurde der Cascadia 19 in einigen wichtigen Details überarbeitet.

Das Mesh-Material fühlt sich leichter und weniger steif an. Die Zunge wurde etwas stärker gepolstert, was den Druck auf dem Spann reduziert.
Bei der Zwischensohle setzt Brooks auf die neue DNA Loft v3-Technologie, die für mehr Energierückgewinnung sorgt und gleichzeitig Gewicht spart. Die Sohle ist zudem 2 mm höher als beim Vorgänger, die Sprengung bleibt jedoch bei 6 mm. An der Ferse misst der Cascadia nun 35 mm, im Vorfußbereich 29 mm.

In die Zwischensohle hat Brooks eine flexible Steinschutzplatte integriert, die besseren Schutz vor scharfem Untergrund bietet und sich an das Gelände anpasst.
Die Außensohle, die zu 25 % aus recyceltem Material besteht, wurde ebenfalls überarbeitet und ist nun etwas breiter. Dadurch hat der Schuh mehr Auflagefläche und bietet mehr Stabilität auf unwegsamem Terrain. Bei den Stollen ist Brooks allerdings von 4,5 mm auf 4 mm Tiefe gegangen.

Technische Daten:

  • Gewicht: 303,3 g (Herstellerangabe)

  • Sprengung: 6 mm (29 mm Vorfuß / 35 mm Ferse)

  • Dämpfungsmaterial: DNA Loft v3

  • Außensohle: TrailTrack Green

  • Profiltiefe: 4 mm

In der Praxis

Auspacken, reinschlüpfen, wohlfühlen, loslaufen.
Von der Straße in den Wald, über Stock und Stein – im Cascadia 19 kein Problem.

Die Dämpfung lässt kaum Wünsche offen, das merkt man schon auf dem Weg zum Trail. Sowohl auf Asphalt als auch im Gelände spielt der Cascadia 19 seine Stärken aus.
Ein wenig fehlt es ihm jedoch an Antrieb und Spritzigkeit.

Durch die gute Dämpfung und die breite Sohle büßt er bei engen, technisch anspruchsvollen Trails etwas an Direktheit ein – das Gespür für den Untergrund geht leicht verloren.
Brooks hat hier bewusst einen Kompromiss gewählt: mehr Stabilität und Trittsicherheit statt maximaler Agilität. Wer mehr Dynamik bevorzugt, kann in dieser Preisklasse auf den Catamount 4 von Brooks ausweichen.

Die TrailTrack Green-Außensohle, eine der besten am Markt, überzeugt mit hervorragendem Grip. Felsen, Steine, Wurzeln – alles kein Problem. Natürlich sollte man, wie bei jedem Trailschuh, auf feuchtem Untergrund vorsichtig sein.

Bequem wird der Cascadia 19 auch durch die gepolsterte Fersenkappe, die unter anderem die Achillessehne schont. Die üppig gepolsterte Zunge sorgt zusätzlich für hohen Tragekomfort. Trotz der starken Polsterung bietet der Schuh – nach Anpassung der richtigen Schnürung – guten Halt. Ein „Schlüpfen“ im Fersenbereich tritt nicht auf.

 

Fazit

Der Cascadia 19 ist ein verlässlicher, neutraler Trailschuh für eine breite Zielgruppe – geeignet für Einsteiger und Fortgeschrittene gleichermaßen.
Ein großer Vorteil: Er wird in zwei unterschiedlichen Breiten angeboten, sodass auch Läuferinnen und Läufer mit breiteren Füßen auf ihre Kosten kommen.

Für schlechtes Wetter gibt es zudem eine GTX-Version, die Nässe zuverlässig abhält – Ausreden bei Regen zählen also nicht mehr.

Ich habe den Cascadia 19 ins Herz geschlossen und nutze ihn inzwischen für längere Trailläufe.
Brooks selbst schreibt über den Schuh:

„Er ist das Multitool für Trail Runners. Er bewältigt so viele verschiedene Situationen so gut!“

Dem kann ich nur zustimmen. Für Wettkämpfe würde ich jedoch zu einem agileren Modell greifen – beispielsweise dem bereits erwähnten Catamount 4, der mehr Dynamik mitbringt.

Wer noch etwas Geduld hat, darf sich auf den Cascadia Elite mit Carbonplatte und DNA-Gold-Dämpfung freuen. Er soll im Frühjahr 2026 erscheinen – allerdings zu einem deutlich höheren Preis.

Zum Schluss noch die UVP:

  • Cascadia 19 (Standardversion): 150 €

  • Cascadia 19 GTX: 170 €

Fotos: Sandra Borowsky