Ach ja, den Adidas Terrex kenne ich … oder?
Moment mal! War das der Agravic, der TT, der Evo SL, der Ultra oder doch der Speed? Man muss inzwischen schon zweimal hinschauen, um allein anhand der Schuhe zu erkennen, welches Modell jemand trägt – genauer gesagt, welches Modell aus dem umfangreichen Adidas-Portfolio.
Denn dieses ist mittlerweile riesig. Vom Hobbyläufer bis zum Profi findet hier praktisch jeder den passenden Schuh – inklusive einiger Spezialmodelle für ganz bestimmte Einsatzbereiche. Doch das ist eine andere Geschichte. Heute steht ausschließlich der Adidas Terrex Agravic Speed 2 im Fokus.


Design und Passform
Adidas verspricht mit dem Terrex Agravic Speed 2 eine schnellere, leichtere und agilere Weiterentwicklung seines Vorgängers. Der Schuh wurde konsequent auf Effizienz optimiert und richtet sich klar an Läufer, bei denen jede Sekunde zählt.
Beim Design bleibt Adidas seiner Linie treu. Modern, sportlich und mit einer Farbgebung, die sofort ins Auge fällt. Das markante Drei-Streifen-Logo lässt keinen Zweifel daran, aus welchem Hause der Schuh stammt.
Genau hier liegt allerdings auch ein kleiner Kritikpunkt. Viele Modelle der aktuellen Adidas-Laufschuhpalette sehen sich mittlerweile sehr ähnlich – egal ob Straße oder Trail, Speed oder Ultra. Die Designsprache ist nahezu identisch. Das kann man als hohen Wiedererkennungswert verstehen, für weniger erfahrene Läufer kann es aber durchaus verwirrend sein.
Kommen wir zur Passform. Hier hat sich in den vergangenen Jahren enorm viel getan. Der Terrex Agravic Speed 2 ist kaum noch mit den Terrex-Modellen von vor fünf Jahren vergleichbar. Das Tragegefühl ist eigenständig und unverwechselbar. Würde man mir verschiedene Schuhe mit geschlossenen Augen anziehen, bin ich überzeugt, den Agravic Speed 2 sofort zu erkennen.
Das liegt zum einen am extrem leichten Mono-Mesh-Obermaterial, zum anderen an der Art, wie der Schuh den Fuß umschließt. Adidas verzichtet weitgehend auf Polsterungen und überflüssigen Schnickschnack – und trotzdem fühlt sich der Schuh keineswegs unbequem an. Manchmal ist weniger eben mehr. Wo nichts ist, kann schließlich auch nichts reiben.
Dieses minimalistische Konzept zieht sich konsequent durch den gesamten Schaft. Auch die Zunge kommt nahezu ohne Polsterung aus. Die Schnürung liegt direkt auf dem Spann auf, verteilt den Druck jedoch so gleichmäßig, dass selbst bei festem Zuziehen keine Druckstellen entstehen.
Der Vorfuß bietet ausreichend Platz, fällt jedoch – typisch Adidas – etwas spitzer aus als bei manchen Mitbewerbern. Anders sieht es im Fersenbereich aus. Die bewusst reduzierte Polsterung könnte je nach Fußform nicht jedem Läufer zusagen. Wie so oft gilt: Jeder Fuß ist individuell. Wer zwischen zwei Größen schwankt, sollte meiner Meinung nach eher zur halben Nummer größer greifen.


Technologie und Ausstattung
War bereits der erste Agravic Speed ein gelungener Trailschuh, legt Adidas mit der zweiten Generation noch einmal nach. Die Veränderungen wirken auf den ersten Blick gering, machen sich beim Laufen jedoch deutlich bemerkbar.
Das synthetische Mesh-Obermaterial wurde weiter optimiert und soll laut Hersteller gleichzeitig leichter und stabiler geworden sein. Tatsächlich ist das Material so fein verarbeitet, dass je nach Licht sogar die Socke leicht durchscheint.
Im Fersenbereich sowie an den Seiten sorgen dezente TPU-Verstärkungen für zusätzliche Stabilität. Die Innensohle ist fest verklebt und lässt sich nur mit Vorsicht herausnehmen.
Zum Einsatz kommt eine klassische Schnürung mit geriffelten Textilsenkeln. Diese fallen im Vergleich zum Vorgängermodell etwas kürzer aus und lassen sich dadurch deutlich angenehmer binden.
Für die Dämpfung kombiniert Adidas seinen bewährten Lightstrike Pro mit Lightstrike-Schaum. Ergänzt wird das Gesamtpaket durch die Continental-Gummiaußensohle, die mittlerweile zu den Markenzeichen der Terrex-Serie gehört.
Laut Adidas soll dadurch ein bodennahes, agiles Laufgefühl mit genau dem richtigen Verhältnis aus Dämpfung und Stabilität entstehen. Nach meinen Testläufen kann ich diese Aussage durchaus nachvollziehen. Der Agravic Speed 2 richtet sich eindeutig an ambitionierte Trailrunner.
Performance
Wo soll ich anfangen?
Am besten mit dem Offensichtlichsten: Speed, Speed und nochmals Speed.
Der Name ist hier Programm. Bereits das geringe Gewicht macht deutlich, wofür dieser Schuh gebaut wurde.
Das Obermaterial funktioniert hervorragend. Die Verstärkungen sitzen genau dort, wo sie benötigt werden. Trotz seiner filigranen Optik erwies sich das Mesh im Test als überraschend robust. Dornen, Äste oder kleinere Hindernisse konnten dem Material nichts anhaben.
Lediglich die Haptik ist etwas gewöhnungsbedürftig. Das Mesh wirkt recht steif und erinnert teilweise fast an Papier. Dadurch bilden sich beim Laufen leichte Falten, die bei weicheren Materialien vermutlich nicht entstehen würden.
Besonders positiv ist mir die Schnürung aufgefallen. Selten hatte ich bei einem Laufschuh so griffige Senkel. Sie besitzen genau die richtige Länge und halten den Knoten zuverlässig geschlossen. Eine kleine Schlaufe zum Verstauen der Schnürsenkel hätte das Gesamtpaket allerdings perfekt gemacht.
Die sehr reduzierte Polsterung im Fersen- und Vorfußbereich empfand ich während meiner Testläufe keineswegs als Nachteil. Der Fuß sitzt fest im Schuh und vermittelt jederzeit ein präzises Laufgefühl. Gleichzeitig schmiegt sich der weich auslaufende Schaftrand angenehm an den Knöchel an.
Das eigentliche Herzstück ist jedoch die Mittelsohle. Zwar kommt dieselbe Kombination aus Lightstrike Pro und Lightstrike-Schaum wie in anderen Terrex-Modellen zum Einsatz, allerdings verzichtet Adidas hier bewusst auf eine Kunststoffplatte.
Das Ergebnis ist ein extrem dynamischer Trailschuh, der gerade Vorfußläufer begeistern dürfte. Der Schaum erzeugt einen deutlichen Vorwärtsdrang und lädt förmlich dazu ein, das Tempo hochzuhalten.
Obwohl der Agravic Speed 2 klar als Wettkampfschuh ausgelegt ist, fällt die Dämpfung überraschend komfortabel aus. Der Schuh läuft sich keineswegs hart oder laut, sondern vermittelt ein ausgesprochen flüssiges und harmonisches Laufgefühl.
Auch die Continental-Außensohle wurde konsequent auf Geschwindigkeit ausgelegt. Die Auftrittsfläche fällt vergleichsweise schmal aus. Für erfahrene Trailrunner ist das kein Problem, Einsteiger könnten den Schuh jedoch als etwas kippelig empfinden. Wer sauber über den Vorfuß läuft und sich auf flowigen Trails wohlfühlt, wird sich hier dagegen sofort zu Hause fühlen.


Technische Daten
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Eigenschaft |
Details |
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Gewicht |
190,1 g |
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Sprengung |
8 mm (34 mm Ferse / 26 mm Vorfuß) |
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Profiltiefe |
4 mm |
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Obermaterial |
Textil und Synthetik |
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Mittelsohle |
Lightstrike Pro / Lightstrike |
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Außensohle |
Continental-Gummi |


Die aktuellen Adidas Terrex Agravic Modelle im Überblick
Adidas Terrex Agravic Speed 2
Der Wettkampfschuh für kurze und schnelle Trailruns. Sehr leicht, kaum gepolsterte Ferse, schmaler Leisten, keine Kunststoffplatte und eine eher kleine Auftrittsfläche.
Adidas Terrex Agravic Speed Ultra 2
Entwickelt für lange Trailrennen. Mehr Dämpfung im Mittelfußbereich, leicht gepolsterte Ferse, Rocker-Geometrie, Kunststoffplatte und ebenfalls ein schmaler Leisten.
Adidas Terrex Agravic TT
Der Spezialist für technisches Gelände. Gepolsterter Schaft, aggressive Stollen, Kunststoffplatte, stabiles Obermaterial und eine deutlich größere Auftrittsfläche.
Adidas Terrex Agravic 4
Der vielseitige Allrounder für moderates Gelände. Mehr Komfort durch einen gepolsterten Schaft, robustes Obermaterial und eine breitere Standfläche.
Empfehlung
Der Adidas Terrex Agravic Speed 2 ist ein extrem schneller und leichter Trailschuh für geübte Läufer mit einem aktiven Laufstil.
Sein bevorzugtes Einsatzgebiet sind schnelle, gut laufbare und flowige Trails. Zwar funktioniert er auch auf Asphalt oder der Laufbahn, dafür wäre er meiner Meinung nach jedoch fast zu schade, da sich die Außensohle dort unnötig schnell abnutzt.
Seine wahre Stärke zeigt der Schuh bei kurzen, intensiven "Door-to-Trail"-Einheiten, Tempoläufen, Intervallen oder im Trail-Wettkampf. Genau dort fühlt sich der Agravic Speed 2 zu Hause.

